Gesundheitsdaten sind besonders schützenswert
Beim Einkauf in einer Online-Apotheke entstehen Daten, die einer besonderen Schutzkategorie angehören. Anders als beim Kauf von Elektronik oder Kleidung lassen Bestellungen in Apotheken unter Umständen Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand einer Person zu. Das stellt sowohl Anbieter als auch Verbraucher vor besondere Anforderungen.
Welche Daten werden erhoben?
Im Rahmen einer Bestellung werden in der Regel folgende Informationen verarbeitet:
- Persönliche Stammdaten wie Name, Adresse und Geburtsdatum
- Zahlungsdaten
- Bestellhistorie inklusive der bestellten Produkte
- Im Fall von Rezeptbestellungen: Rezeptdaten und ggf. Versicherungsinformationen
- Technische Daten wie IP-Adresse und Browserinformationen
Die Kombination aus Stammdaten und Produktbestellungen macht deutlich, warum in diesem Bereich ein erhöhtes Datenschutzbewusstsein angebracht ist.
Rechtliche Grundlage: DSGVO und nationale Regelungen
In Deutschland und der gesamten EU gelten die Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Gesundheitsbezogene Daten werden dabei als besondere Kategorie personenbezogener Daten eingestuft und unterliegen einem verstärkten Schutz. Apotheken, auch Online-Apotheken, sind an das Apothekengesetz sowie das Datenschutzrecht gebunden.
Verbraucher haben das Recht, Auskunft über gespeicherte Daten zu verlangen, deren Löschung zu beantragen und einer bestimmten Datenverwendung zu widersprechen. Diese Rechte gelten auch gegenüber Online-Apotheken.
Worauf beim Datenschutz zu achten ist
Seriöse Online-Apotheken bieten eine verständlich formulierte Datenschutzerklärung an, die erklärt, welche Daten zu welchem Zweck gespeichert und ob sie an Dritte weitergegeben werden. Verbraucher sollten diese Erklärung lesen, bevor sie ein Kundenkonto anlegen.
Einige konkrete Punkte, auf die geachtet werden kann:
- Datenvermeidung: Manche Anbieter ermöglichen einen Kauf ohne dauerhaftes Kundenkonto. Das reduziert gespeicherte Daten.
- Verschlüsselung: Eine gesicherte Verbindung (erkennbar am HTTPS in der Adresszeile) schützt Daten bei der Übertragung.
- Newsletter und Einwilligungen: Marketingmails dürfen nur mit ausdrücklicher Einwilligung verschickt werden. Diese Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.
Bewusster Umgang als Schutzstrategie
Verbraucher, die sorgsam mit ihren Daten umgehen möchten, sollten starke Passwörter für Apothekenkonten verwenden und diese regelmäßig ändern. Auch das regelmäßige Prüfen gespeicherter Daten und die aktive Nutzung von Löschanfragen gehören zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Datenschutz im digitalen Gesundheitsbereich.
Der Kauf in einer Online-Apotheke muss kein Datenschutzrisiko sein, wenn Anbieter und Verbraucher gleichermaßen sorgfältig vorgehen.
